Fasching, Karneval, Fasnacht…..

Ich gestehe – mit Fasching oder Karneval konnte ich noch nie viel anfangen, nicht einmal als Kind, wenn ich von meiner Mutter verkleidet als Marienkäfer, Elfe oder Prinzessin die Kinderbälle besuchen musste. Dass ich mit meiner Verkleidung nicht gerade glücklich bin, kann man an den Bildern sehr gut erkennen. Zum Glück ist Fasching heute um 24 Uhr vorbei, doch ich kann mich nicht beschweren, das Ganze ist dieses Jahr völlig an mir vorbeigezogen.

 

Mit Fasching kann kaum ein Südbayer etwas anfangen. In vielen Regionen bei uns gibt es Traditionen in denen sich Karneval und alte Bräuche zum Winteraustreiben vermischen. Es gibt genügend Menschen, die es toll finden sich in alberne Outfits zu stecken und sich von fremden Menschen Küsschen um Küsschen den Norovirus abzuholen und die Tage rund um den Fasching im Vollrausch verbringen. Vom unsinnigen Donnerstag bis Faschingsdienstag ist in vielen Städten so etwas wie Ausnahmezustand angesagt, auch wenn man den rheinischen Karneval nicht mit dem bayerischen Fasching vergleichen kann. Ganz schlimm finde ich die Karneval-Sitzungen, die jedes Jahr im Fernsehen übertragen werden, ganz gleich ob aus Mainz oder dem Frankenland. Ich kann mit diesem Humor nichts anfangen und denke das hier die zugeknöpfte Mentalität der Oberbayern zu verschieden sind. Wer aber glaubt, er könnte dem Trubel entgehen und auf Teneriffa ohne närrischen Trubel ein paar Tage die Ruhe genießen – Fehlanzeige. Auf der spanischen Insel findet der zweitgrößte Karneval Umzug nach Brasilien statt.

 

Letztes Jahr gab es in unserem Dorf die Bettelhochzeit, ein alter bayerischer Faschingsbrauch der bis heute noch in vielen ländlichen Gebieten üblich ist. Früher feierten die Dienstboten dieses Fest, weil sie sich den Besuch auf einem Faschingsball nicht leisten konnten. Bei der Bettelhochzeit werden zwei Männer – der kleinere als Bräutigam, der große als Braut im Rahmen einer absurden Zeremonie auf einem Misthaufen getraut. Auf Rücksicht auf die Nase wurde der Misthaufen aber durch einen Strohhaufen ersetzt. Zu einer Bettelhochzeit gehören auch der Hochzeits-Zug mit Pfarrer, Bürgermeister, Verwandten oder „Verflossene“ – je verrückter, desto besser. Zum Schluss gehts ins Wirtshaus, dann wird gefeiert bis Mitternacht, mit Brautverschleppung, Blechmusik, Bier und Schweinsbraten. Ich platzte an dem sonnigen Faschingssonntag bei meiner Gassi Runde in diese Veranstaltung – aber nicht lange 🙂

Ich werde heute die Stadt meiden, denn ab 13 Uhr bis Mitternacht findet in der Fußgängerzone eine große Faschings-Open-Air-Party statt. Stattdessen werde ich Abends das tolle Menü bei unserem Italiener für alle „Faschings Muffel“ genießen.